Es gibt Lebewesen, die mit ihren Artgenossen in Gemeinschaften leben und solche, die Einzelgänger sind. Wir Menschen gehören zu ersteren. Tagtäglich bewegen wir uns in unterschiedlichsten sozialen Gemeinschaften. Ohne ein Miteinander wären wir auch gar nicht überlebensfähig. Soziale Kontakte sichern aber nicht nur das Überleben, sondern sie sind auch für das allgemeine Wohlbefinden und das Zugehörigkeitsgefühl extrem wichtig.

Kleine Leute – Große Freundschaft

Schon im Kindesalter werden Freundschaften geschlossen. Ganz intuitiv suchen sich die Kleinsten den besten Spielkameraden aus, teilen im Kindergarten das Mittagessen, oder verbünden sich gegen andere Kinder oder Eltern. Freundschaften haben in diesem Alter noch einen ganz anderen Stellenwert als im Erwachsenenalter. Auch die Dauer solcher Freundschaften kann manchmal sogar nur einen Nachmittag lang halten. Häufig sind es reine Zweckbündnisse, die geschlossen werden, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Doch Tatsache ist, dass auch Kinder schon spüren, wie wichtig das soziale Miteinander ist.

Ab den ersten Schuljahren haben die Eltern dann meist nur noch wenig Einfluss darauf, welche Freunde ihre Kinder auswählen. Oft sind das übrigens Kinder, die mit den eigenen nicht viel gemeinsam haben, sondern manchmal so ganz anders sind. Doch schon als Schulanfänger wissen die Kinder, dass sie vom Anderssein eines Freundes durchaus profitieren können. Und das nicht nur, weil sich unterschiedliche Charaktere oftmals ergänzen können, sondern auch, weil die Andersartigkeit eines Freundes den Horizont erweitern kann.

Beste Freunde

Ab der Pubertät spielen Freundschaften dann meist eine ganz zentrale Rolle. Wohingegen Jungs meist mehrere gute Freunde haben, mit denen sie je nach Bedürfnissen mal mehr, mal weniger Zeit verbringen, suchen sich Mädchen oft DIE EINE beste Freundin. Dieser vertraut man so gut wie jedes Geheimnis an und sie ist in vielen Fällen wichtiger als Eltern oder Geschwister.

Egal ob Jungs- oder Mädchen, solche Freundschaften stellen sehr fragile Gebilde dar. Je nachdem wie sich die Lebenswege nach der Schulzeit verändern, können ehemals unzertrennliche freundschaftliche Beziehungen manchmal sehr schnell auseinandergehen.

Im Erwachsenenalter gibt es ähnliche Unterschiede zwischen der Art und Weise, wie Männer und Frauen Freundschaften führen. Für Frauen spielen gute Freundinnen häufig eine extrem wichtige Rolle. Männer hingegen pflegen eher gute Bekanntschaften und fixieren sich weniger auf einen oder ein paar wenige gute Freunde.

Unterstützer in allen Lebenslagen

Doch egal welche Art von Freundschaft, Fakt ist, dass Freunde jedem von uns gut tun. Gute zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen und diese zu pflegen steigert das allgemeine Wohlbefinden. Zu wissen, dass es jemanden gibt, der einen nicht nur in den freudigen Lebenslagen begleitet, sondern auch da ist, wenn es einmal nicht so gut läuft, beruhigt und gibt einem das Gefühl von Sicherheit. Gegenseitige Unterstützung und Vertrauen sind das A und O einer gut funktionierenden Freundschaft. Das Gefühl, für einen anderen Menschen eine wichtige Rolle zu spielen, gibt dem Leben einen Sinn und es tut gut, vor allem auch in schwierigen Situationen, mit einem engen Vertrauten über alles sprechen zu können.

Gebot #1: Geben und Nehmen

Eine Freundschaft sollte jedoch nicht als selbstverständlich betrachtet werden. Wie jede Beziehung bedarf auch eine enge Freundschaft einer Pflege. Eine ausgeglichene Beziehung basiert dabei nur auf dem Gleichgewicht von Geben und Nehmen. Man sollte von einer anderen Person keinesfalls erwarten, dass sie immer gerade dann zur Stelle ist, wenn man sie gerade braucht. Auch man selbst – sofern man es von jemandem anderen erwartet – sollte stets dazu bereit sein, dem anderen ebenso jederzeit zur Seite zu stehen. Natürlich wird es selten so sein, dass man “gibt” und der andere “nimmt” und man anschließend die Rolle des Nehmers und der andere die des Gebers einnimmt und sich diese Rollenverteilung regelmäßig abwechselt. Mal nimmt der eine mehr, mal gibt der andere mehr. Aber genau das macht eine gute Freundschaft aus, nicht nur Gefallen am Nehmen zu finden, sondern sich auch darüber zu freuen dem anderen seine Unterstützung zu geben.

Das heißt aber keinesfalls, dass man nur in den schwierigen Phasen füreinander da sein sollte. Auch die schönen Dinge des Lebens lassen sich mit einem guten Freund, einer guten Freundin doppelt genießen und stärken die freundschaftliche Beziehung.

Akzeptanz und Respekt als Grundlage

Seinen Freunden zu zeigen, dass man sie so akzeptiert wie sie sind, und zwar mit all ihren Ecken und Kanten, schafft nicht nur die Grundlage einer Freundschaft, sondern auch Vertrauen. Sich nicht verstellen zu müssen, um anerkannt zu werden, gibt einem das Gefühl von Freiheit. Freiheit, derjenige sein zu dürfen, der man ist, ohne verurteilt zu werden, wenn man mal was falsch macht. Das schafft Vertrauen und ich denke, jeder von uns fühlt sich ohne seine aufgesetzte Maske um einiges wohler. Auch hier gilt es ebenso zu nehmen, aber auch zu geben. Auch den Freund, oder die Freundin sollte man im Gegenzug genauso nehmen wie er, oder sie ist. Denn wer lässt sich schon gerne von anderen verändern und verbiegen?

Qualität vor Quantität

Es geht auch nicht darum, möglichst viele Freunde zu haben – also weniger um die Quantität, sondern vielmehr um die Qualität. Vielleicht denkt man als Jugendlicher etwas anders. Fragt man Teenies heutzutage wie viele Freunde sie haben, geben sie häufig die Zahl ihrer Facebookfreunde an. Das sind nicht selten zwischen 300 und 1000. Doch die wirklich richtigen Freunde, also die, die immer für einen da sind, einen so akzeptieren wie man ist, die lassen sich oft an einer Hand abzählen. Aber das ist auch gar nicht schlimm. Lieber habe ich ein oder zwei Freunde, auf die ich mich wirklich immer verlassen kann, als unzählige, die mir nie zur Seite stehen würden, wenn es einmal wirklich darauf ankommt.

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